Vinovation Worms

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Artikel aus
VivArt – Magazin für Kultur und Lebensart
Heft 3, Winter 2009/10

VivArt – Heft 3, Winter 2009/10

Worms rockt!

Der Sound der Winzergruppe Vinovation ist wie ein gutes Gitarrenriff: groovig, ausgefeilt und wie ein Schub am Berg. VivArt fasziniert die neue Stimmlage in der Nibelungenstadt.

Am Potsdamer Platz brodelt es unablässig. Berlins "wildes Herz" schlägt hier in schneller Folge, Berlins "Neue Mitte" glitzert in grellen Farben. Die bunten Lichter glühen, die roten und gelben Reklametafeln illuminieren ein schillerndes Ambiente mit lässigen Typen, Geschäften, Cafés, Weinlokalen und markanten Towern. 40 Sekunden braucht der Fahrstuhl, um in den Club "40seconds" zu rauschen, der einen unschlagbaren Panoramablick über den Potsdamer Platz und das Sony-Center freigibt. Vor der großen Fensterfront steht ein lässiger DJ, der locker-lässig "Latino-House" und "Chill-Out" mixt, auf einer Leinwand flimmern computeranimierte Filme über ferne Galaxien – und mittendrin schenken vier Winzer aus Worms faszinierende neue Weine aus und spüren ein für allemal nichts mehr von Nibelungentreue und Liebfrauenmilch.

"Let's Party" heisst ihr Credo. Und das zu einer neuen, jungen, coolen Konsumentenschicht. Dabei geistert gerade die "NiLi"-Formel noch immer in den Köpfen als Synonym für ein scheinbar altehrwürdiges Worms. "Uns ist in alten mæren wunders vil geseit" – uns wird in alten Erzählungen viel Wunderbares berichtet –, auch "von weinen und von klagen", doch in einer globalisierten Weinwelt, wo Winzer den Erdball umjetten und teils wie Popstary gefeiert werden, hat Worms nur einen Nachteil: Mittendrin und doch nicht ganz dabei. Denn Worms als Wiege der Liebfrauenmilch hat zwar eine Scharnierfunktion im Rhein-Neckar-Raum. Die Gretchenfrage aber lautet: Schmecken die Weine wie die aus Rheinhessen oder aus der Pfalz?

Dr. Andreas Schreiber vom Weingut Dr. Schreiber ficht das alles nicht an. Worms schmeckt wie Worms. Und zwar richtig gut. Basta! Man müsse sich nicht nach der Decke strecken, schliesslich bietet der Boden genügend Schätze. Selbstbewusst lautet Schreibers Motto: "Riesling ist typisch für Worms. Wir können aber auch dichte Rote und Burgunder machen!" Er fügt auch einen Wermutstropfen hinzu: "Wir haben in Worms zwar eine Schlüsselstelle, aber weder überregional ein richtiges Wein-Image noch richtige Märkte." Und auch Volker Schmitt's Pointe sitzt tief: "Unsere Lösswände sind teils neun bis elf Meter mächtig – ein klassisches Anwehungsgebiet mit faszinierenden Hohlwegen. Wie am Nil. Doch die machen Werbung damit, und wir machen nichts daraus."

An eines aber glauben alle vier Mitglieder der Jungwinzergruppe "Vinovation" felsenfest: das Füllhorn der Lagen. Hier ist in einem Umkreis von zehn Kilometern dank eines idealen Reifeklimas und der Bodenvielfalt – Löss-Lehm, sandiger Ton, Kalk – alles möglich. Wir sind hier halt im wonnigen Süden in der Oberrheinischen Tiefebene zwischen Pfälzerwald und Donnersberg im Westen und dem Odenwald im Osten – an einem der wärmsten und trockensten Orte Deutschlands, wo die Menschen seit je her der Fülle der rheinhessischen Gartenlandschaft zugeneigt waren. "In Worms, da waren wir lustig", schrieb Wolfgang Amadeus Mozart in einem Brief an seine Mutter, und Goethe meinte 1766: "Wie könnte ich Worms und seine lieben Bewohner je vergessen?"

Und genauso das ist auch das Anliegen der vier Winzer Markus Keller (Worms-Pfiffligheim), Jonas Kiefer (Worms-Wiesoppenheim), Volker Schmitt (Worms-Herrnsheim) und Dr. Andreas Schreiber (Worms-Abenheim): gemeinsam für den Wormser Wein zu werben. Und das seit 2004. Durch intensive Arbeit, regen Austausch und einen offenen Geist, für den die Liaison zwischen internationalen Sorten wie Lagrein (!) mit traditionellen Reben wie Riesling befruchtend ist. Besonderer Fokus gilt hier der weißen Paradesorte: "Für uns ist es wichtig, dass die lange Tradition des Wormser Weines wieder mehr in das öffentliche Interesse gerückt wird", sagt Jonas Kiefer. "Immerhin ist die erste urkundliche Erwähnung des Rieslings auf das 15. Jahrhundert datiert. In der Literatur wird von einem 'Rusling Wingarten bei Worms' berichtet." Und tatsächlich ist es gerade die weite, intensive Spannung des Aromenbogens hier im südlichen Rheinhessen, die so fasziniert – was die beiden Gemeinschaftscuvées Quintessenz weiß und rot eindrucksvoll belegen. Der Riesling ist füllig, geschmeidig und konsequent lecker. Er hat genau die richtige Mischung zwischen quicklebendiger Fruchtsäure, die hier ein gutes Riff beisteuert, während eine zartcremig eingehüllte Mineralität den Nerv trifft. Der Preis: sagenhaft günstig...

Dagegen zieht die rote Quintessenz alle Register einer feinen Tanninausbeute. Null Paprika, null Bombast. Sondern feine, differenzierte Frucht und Komposition vor allem aus Merlot und Cabernet Sauvignon mit etwas Lagrein. Hier zeigt sich exemplarisch, wie sehr sich der deutsche Rotweinstil geändert hat. Im Zeitalter des global warming ist das subterrane Energie ohne Fruchtgummi und Rumtopf. Mit Schmelz, Beerenkonfitüre und zupackender Würze. Den 2007er habe ich im bei den herrlich innovativen Nibelungen-Festspielen 2009, einer leicht schrägen Komödie abseits des Bierernstes, im wunderschönen parkähnlichen Ambiente vor der magischen Kulisse des Wormser Kaiserdoms genossen. Die Stimmung war herrlich unprätentiös, das Publikum herzerfrischend jung, das Ambiente farbenprächtig und schwungvoll – Quintessenz also im doppelten Sinn. Einmal als gelungene Quersumme der prächtigen Wormser Lagen und dann als Ausdruck eines neuen, beschwingten Lebensgefühls mit coolem Selbstbewusstsein!

Dies gelingt aber auch nur, weil die Stilistik so stimmig ist. Keine Bombast-Schwere, kein überdrehter Alkohol-Tam Tam, keine erschlagene Kokosnuss-Dosis durch zu rustikales amerikanische Barrique. Die frische Frucht sitzt genau an der richtigen Stelle, ist nicht Sklave des Holzes, sondern köstlich, lebendig und saftig – das rockt. Der warme, volle Vinovations-Sound hat eben nichts Überdrehtes. Und er hält deutlich länger als 40 Sekunden...











Gold für »Quintessenz Rotwein trocken«
und »Wormser Riesling« beim Wettbewerb
awc vienna 2009

Wormser Zeitung, 10.10.09

Gold für die Vinovations-Cuvées

PFIFFLIGHEIM (clw). "Klasse statt Masse" lautet das Motto von "Vinovation Worms". Der Zusammenschluss der Winzer Markus Keller (Pfiffligheim), Jonas Kiefer (Wiesoppenheim), Volker Schmitt (Herrnsheim) und Dr. Andreas Schreiber (Abenheim) hat sich in den letzten Jahren einen Namen gemacht. Jetzt konnte die Vinovation erneut einen Erfolg verbuchen: Bei dem internationalen Weinwettbewerb "AWC Vienna 2009", der sich vollmundig als größte, offiziell anerkannte Weinbewertung der Welt bezeichnet, wurden beide aktuellen Cuvées des Winzer-Zusammenschlusses prämiert.

Sowohl die "Quintessenz Rotwein trocken" als auch der "Wormser Riesling" errangen in ihrer Kategorie die Goldmedaille. Für Vinovation-Winzer Schreiber belegen die Auszeichnungen den "sehr hohen Stellenwert" der Cuvées. "Das Ergebnis war super", freute sich der Abenheimer.

Der Jubel bei den Wormser Winzern war umso größer, als drei der vier Vinovation-Weingüter -  Jonas Kiefer hatte sich mit seinem Weingut nicht beteiligt -  auch für ihre eigenen Weine Prämierungen einheimsen konnten. Das Trio erzielte haargenau das gleiche Ergebnis: Einmal Gold und achtmal Silber. Volker Schmitt gelang dabei sogar ein ganz großer Wurf. Der Herrnsheimer landete mit seinem lieblichen Riesling unter den drei besten Weinen in dieser Kategorie. Ob Schmitt gar den besten Rebsaft überhaupt hat, ist jedoch noch nicht raus. Das entscheidet sich in den kommenden Wochen. Zum Verständnis: Eine Goldmedaille erhält jeder edle Tropfen, der von der Jury mit 90 oder mehr Punkten bewertet wurde. Demnach können in einer Kategorie gleich mehrere Goldmedaillen vergeben werden. Die erreichte Punktzahl sagt aus, ob es eher eine "Eins mit Sternchen" oder doch eher eine Eins minus ist.

Klar ist schon jetzt, dass die Wormser mit ihrem Querschnitt international gut dastehen. Insgesamt wurden 9164 Weine von 1514 Produzenten aus 33 Ländern von einer Fachjury bewertet. Im vorigen Jahr waren die Winzer aus der Nibelungenstadt als Prüfer selbst bei der Blindverkostung dabei - auch der Skepsis wegen. Fast wöchentlich, berichtet Markus Keller, werde man als Winzer angeschrieben, um Weine für einen Wettbewerb einzuschicken. Nicht jede Konkurrenz ist dabei über jeden Zweifel erhaben. Die Wiener Konkurrenz überzeugte die Vinovation-Winzer jedoch. Die hundert besten Weingüter präsentieren ihre Weine am 2. November im Wiener Rathaus. Auch die Wormser Winzer sind dazu eingeladen.












Artikel aus
weinwelt
Heft 3/2009

weinwelt 3/2009

Vinovation Worms

Die Vinovation Worms ist ein Zusammenschluss der Winzer Markus Keller (Worms-Pfiffligheim), Jonas Kiefer (Worms-Wiesoppenheim), Volker Schmitt (Worms-Herrnsheim) und Dr. Andreas Schreiber (Worms-Abenheim). Gemeinsam werben sie für den Wormser Wein. Ziel ist, den Wormser Wein wieder über die Grenzen hinaus bekannt zu machen. Die gemeinschaftlichen Aktivitäten beschränken sich nicht nur auf das Präsentieren der Weine. Kernstück unserer Arbeit sind die beiden Cuvées der Vinovation Worms, der Wormser Riesling und das Rotwein-Cuvée Quintessenz.

Dr. Andreas Schreiber, Sprecher Vinovation Worms

Statt einer Region repräsentiert die Vinovation Worms “nur” eine Stadt – Vor- oder Nachteil?
Wir repräsentieren Wormser Wein aus Worms, was sehr wichtig ist, denn immerhin ist der Riesling im 15 Jhd. erstmals urkundlich in Worms erwähnt. Wir haben es geschafft, dass Worms als Weinstadt wahrgenommen wird, nicht nur bei den Wormsern oder dem Umland, sondern auch national. Wir merken dies an den vielen Anfragen, die wir haben. Auf der anderen Seite repräsentieren wir unsere Region Rheinhessen, die extrem innovativ ist. Dort sehen wir uns als Baustein und tragende Säule im „Gebäude Rheinhessen“.

Was macht die Weine aus Worms so besonders?
Das besondere ist, dass wir aus unseren Gutsweinen ganz hervorragende Cuvées herstellen, den Wormser Riesling und den Quintessenz Rotwein trocken, die wir als Vinovation verkaufen. Wir haben in unserer Region um Worms ideale klimatische Voraussetzungen, um fruchtige Weißweine wie vollmundige und kräftige Rotweine anzubauen. Der Boden und die Lagen tun hierzu ihr notwendiges.

Profitiert Vinovation Worms von den kulturellen Aktivitäten der Stadt?
Es ist kein einseitiges Profitieren, sondern wir ergänzen uns. Es besteht ein reger Austausch zwischen den Zuständigen in Worms. Denn für uns als Vinovation ist es sehr wichtig, das Worms sich als Weinstadt präsentieren und da sind die kulturellen, wie aber auch andere Veranstaltungen wie Messen ein sehr gutes Forum.

Gründungsjahr: 2004
Mitgliedsbetriebe: 4
Events: gemeinsame Auftritte und Präsentationen
Gemeinsame Weine: Wormser Riesling, Quintessenz Rotwein Cuvèe trocken











Der Andrang in der Kapelle auf der
Prinz-Carl-Anlage war im vergangenen
Jahr riesig: Rund 900 Wein-Fans
verkosteten die ausgestellten Rebensäfte.

Wormser Zeitung, 21.04.09

Was Cuvées leisten können

"Vinovation Worms" lädt zur Weinpräsentation am Sonntag ein

WORMS. Es war ein überaus erfolgreiches Jahr für die "Vinovation Worms". Für Sonntag laden die Winzer wieder zu ihrer Weinpräsentation in der Kapelle in der Prinz-Carl-Anlage ein, es ist inzwischen ihre fünfte Weinpräsentation.

"Vinovation" ist eine Wortschöpfung aus "Vino" für Wein und "Innovation" für Neues, Erneuerung. Es ist ein Zusammenschluss der Winzer Markus Keller (Pfiffligheim), Jonas Kiefer (Wiesoppenheim), Volker Schmitt (Herrnsheim) und Dr. Andreas Schreiber (Abenheim). Gemeinsam werben sie für den Wormser Wein, den sie wieder über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt machen wollen.

Durch intensive Arbeit in den eigenen Betrieben und durch den regen Austausch untereinander haben sie mittlerweile eine Basis geschaffen, bei der "Klasse statt Masse" im Vordergrund steht, sagen die Winzer. Der Erfolg kann sich sehen lassen. So wurde ihr 2007er Wormser Riesling bei der Berlinale ausgeschenkt.

Wie der 2008er Wormser Riesling ausfällt, das kann man am Sonntag kosten. Auch die Rotwein-Cuvée "Quintessenz" trocken gehört zum Programm, das offiziell um 11 Uhr beginnt. Die beiden Tropfen werden hier zum ersten Mal öffentlich präsentiert. Sie sind im übrigen das Kernstück der Zusammenarbeit der Vinovation-Winzer. "Beide Weine repräsentieren hervorragend die Typizität des Wormser Weines und zeigen, was Cuvées leisten können, wenn die Grundweine von besonderer Güte sind", so Dr. Andreas Schreiber.

Nach einem kurzen "offiziellen" Teil können mehr als 75 offene Weine der fünf Winzer probiert werden. Bis 18 Uhr können die Gutsweine verkostet werden. Darüber hinaus können Weine mit dem "Breathable Glass" verkostet werden. Bewährt hat es sich, dass es zum Wein auch "Süßes" gibt. Die internationale Konditorei Café Schmerker bietet ausgesuchte Schokoladenspezialitäten zu den Weinen an. Streichs Käs´stube aus dem Allgäu präsentiert seine Käsespezialitäten in Kombination mit den Weinen.

Die Karten für die Veranstaltung können entweder im Vorverkauf bei den fünf Winzern, bei den Filialen des Café Schmerker und bei der Touristinformation Worms zum Preis von zwölf Euro erworben werden oder direkt an der Tageskasse zum Preis von 15 Euro in der Kapelle des Parkhotels Prinz Carl.